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Grüne Leguane


Der grüne Leguan (Iguana iguana) ist eines der beliebtesten, bekanntesten und größten Terrarientiere. Es sind zwei Unterarten bekannt: Iguana iguana rhinolopha hat im Gegensatz zur Nominatform kleine Kammschuppen im Nasenrückenbereich. Leider ist vielen Haltern und Händlern der Aufwand, der zu betreiben ist, um einen grünen Leguan artgerecht zu halten nicht bewußt, so daß viele Tiere an Haltungsfehlern früh verenden oder aber abgegeben werden. Diese als Jungtiere sehr possierlichen kleinen Echsen erreichen schnell eine Größe, die sich mit einer normalen Terrariumhaltung nicht vereinbaren läßt. Beachtet man jedoch einige wichtige Aspekte, so kann man mit diesen mittelamerikanischen Tieren viel Freude haben.

Terrariengröße und Einrichtung
Grüne Leguane sind tagaktiv und recht agil. Wegen Ihrer Endgröße, die schnell erreicht ist, ist vor dem Kauf eines Leguans nicht nur über das Aufzuchtterrarium sondern auch über das endgültige Gehege nachzudenken. Hierzu eignet sich eher ein begehbares abgegrenztes Zimmerterrarium als ein normales Glasterrarium. Von einer Freihaltung ist aus vielen Gründen (Klima, Dominanzverhalten, Verletzungsgefahr, Hygiene etc.) gänzlich abzusehen. Im Idealfall sind auch ein Wasseranschluß und ein Ablauf vorhanden, so daß leicht gereinigt werden kann. Die große Bade-/Trinkschale ist täglich zu reinigen, insbesondere da sie gerne zum Kotabsatz benutzt wird. Starke Äste auf denen sich die Tiere sonnen können sind wie auch Rückzugsmöglichkeiten unabdingbar. Zur Beleuchtung eignen sich verschiedene licht- und wärmespendende Lampen, die zur Vermeidung von Verbrennungen möglichst außerhalb des Geheges oder zumindest nicht für die Tiere erreichbar sein sollten. Unbedingt notwendig ist eine ausreichende Versorgung mit UVB-Strahlung, wozu die meisten "Reptilienlampen" leider nicht ausreichen. Auf die Verwendung von Heizmatten oder -kabeln sollte verzichtet werden. Der Bodengrund sollte grab- und widerstandsfähig sein, um natürliches Verhalten und Krallenabrieb zu fördern, sowie Feuchtigkeit speichern können um das Klima günstig zu beeinflussen. Holzchips oder Rindenstücke sind hier also nicht geeignet, auch da sie mitgefressen werden könnten.

Futter
Grüne Leguane sind reine Vegetarier. Die oft empfohlene Beifütterung von tierischen Eiweiß ist nicht nur unnötig, sondern schädlich. Die Hauptnahrung von grünen Leguanen sind grüne Blätter. Dies kann Laub ausgewählter Bäume und Sträucher sein oder Wiesen-, Küchen- und "Un-"kräuter (Löwenzahn, Wegerich , Klee, Brennesseln, Giersch, Kapuzinerkresse etc.). Auf die Fütterung von Obst und Gemüse ist weitestgehend zu verzichten. Salate sind von der Zusammensetzung eher ungünstig, am ehesten eignet sich Römersalat (Latuga romana). Die Verfütterung von giftigen Pflanzen ist selbstverständlich zu vermeiden, ebenso wie die Verwendung von Gift- und Kunststoffpflanzen als Terrariendekoration. Zusätzlich ist das Tier mit Kalzium zu versorgen, z.B. in Form von zerbröseltem Sepiaschulp.

Gruppen- oder Einzelhaltung / Geschlechtsbestimmung
Wegen eines ausgeprägten Dominanzverhaltens sollten die Tiere einzeln gehalten werden. Nur bei ausreichend großen Gehegen ist die Paar- oder Gruppenhaltung möglich. Zwei Männchen dürfen jedoch niemals zusammengehalten werden, auch Sichtkontakt sollte vermieden werden. Da weibliche Tiere auch ohne Anwesenheit von Männchen (unbefruchtete) Eier anbilden können ist stets für Ablagemöglichkeiten zu sorgen.
Die Geschlechtsbestimmung erweist sich häufig als wenig einfach. Adulte männliche Tiere besitzen ausgeprägte Femoralporen, die bei den Weibchen kleiner und unproduktiv sind. Dennoch sind kleine oder unscheinbare Femoralporen kein sicheres Indiz für ein weibliches Tier. Auch die Kopfform und allgemeine Größe des Tieres lassen keine sicheren Rückschlüsse auf das Geschlecht zu. Lediglich gut erkennbare Hemipenestaschen sind ein recht eindeutiges Erkennugnsmerkmal.


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