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Kornnattern


Unter den Schlangenliebhabern ist sie aufgrund ihrer unterschiedlichsten Farbvarianten, dem ruhigen Wesen und der für Schlangen relativ anspruchslosen Haltung besonders beliebt. Sie ist eine ungiftige, relativ klein bleibende Natter.
Die Kornnatter (Pantherophis guttatus, früher: Elaphe guttata) gehört zur Familie der Nattern genauer zur Familie der Kletternattern. Kornnattern stammen ursprünglich aus Nordamerika, die richtige Übersetzung des Namens wäre eigentlich Maisschlange. Entlang der Nordküste von Mexiko bis Washington befindet sich ihr natürlicher Lebensraum. Drei Kornnatterarten sind bekannt:

  • Gewöhnliche Kornnatter (Pantherophis guttatus)
  • Prärie-Kornnatter (Pantherophis emoryi)
  • Slowinskis Kornnatter (Pantherophis slowinski)
Nicht zuletzt wegen ihrer relativ anspruchslosen Haltung und ihres meist recht ruhigen Wesens gehört die Kornnatter zu den beliebtesten Schlangen überhaupt. Sie war eine der ersten Arten, bei der gezielt Farbvarianten herausgezüchtet wurden.

Wie viele Schlangen ist auch die Kornnatter vorwiegend dämmerungsaktiv und kommt oft erst in den Abendstunden aus ihrem Versteck. Gelegentlich kann man sie aber auch tagsüber beim Sonnenbaden antreffen.

Terrarieneinrichtung
Das wichtigste am Kornnatterterrarium ist absolute Ausbruchssicherheit. Die Schlangen können sich durch den kleinsten Spalt zwängen. Bei allen Sicherheitsmaßnahmen ist natürlich auch auf die Sicherheit der Tiere zu achten, so daß sie nicht beispielsweise an einem ggf. verwendetetn Stück Klebeband festkleben können.
Meist werden Holz- oder Rindenstücke als Bodengrund verwendet, obwohl dieser eigentlich weniger geeignet ist. Besser ist ein Substrat, das Feuchtigkeit speichert und grabfähig ist. Kokosfaser-Sand-Gemisch beispielsweise erfüllt diese Voraussetzungen (normaler Spielsand ist meist ideal, zu feiner Sand kann Probleme bereiten) und verursacht auch keine Verstopfungen wenn es mal mitgefressen wird. Flache Rindenstücke, Tonuntersetzer als Trink-/Badeschale, Blumentöpfe etc. bieten den Tieren ideale Versteckmöglichkeiten. Hier ist es recht feucht, was den Tieren die Häutung erleichtert. Eine natürliche Einrichtung mit viel Geäst ist nicht nur optisch ansprechend, sondern bietet den Tieren gute Bewegungsmöglichkeiten.
Im Terrarium sollte tagsüber ein Temperaturgradient von 35 bis 20 Grad herrschen, im Herbst kühler. Heizkabel oder Heizmatten sollten jedoch auf keinen Fall verwendet werden, Lampen dürfen wegen Verbrennungsgefahr nicht für die Tiere erreichbar sein. UV-Beleuchtung ist nicht zwingend erforderlich, aber dennoch nützlich.

Besatz
Kornnattern können alleine oder auch in Gruppen gehalten werden, wobei zu starke Größenunterschiede zu vermeiden sind. Es können auch mehrere Männchen zusammen gehalten werden. Weibchen sollten erst als ausgewachsene (adulte) Tiere mit Männchen vergesellschaftet werden, sie können auch ohne männliche Gesellschaft (unbefruchtete) Eier bilden. Für eine erfolgreiche Zucht ist es sinnvoll, die Tiere erst nach der Winterruhe zusammenzuführen. Die Anwesenheit eines weiteren Männchens ist der Paarungswilligkeit zuträglich.
Die Hemipenes sitzen hinter der Kloake. Dies führt zu einer verbreiterten Schwanzwurzel und einem insgesamt längeren Schwanz. Durch Sondierung läßt sich das Geschlecht sicher feststellen, was jedoch ausschließlich durch darin geübte Personen, besser Tierärzte, durchgeführt werden sollte, da sonst eine Verletzungsgefahr für das Tier besteht.

Winterruhe
Eine Winterruhe sollte unabhängig von Zuchtabsichten in jedem Fall und ab dem ersten Lebensjahr durchgeführt werden. Diese muß nicht im Kühlschrank erfolgen, sondern läßt sich durch Verkürzung der Beleuchtungszeit im Herbst bis zum völligen Ausschalten des Terrariums einleiten. Bei Zimmertamperatur sind die Tiere weniger aktiv und fressen nicht.
Im Frühjahr wird die Beleuchtung dann langsam wieder hochgefahren. Auch während der Winterruhe sind die Tiere gelegentlich auf Auffälligkeiten zu untersuchen.

Fütterung
Eine Fütterung sollte stets einzeln in einer separaten Kiste stattfinden. Bei Jungtieren sollte wöchentlich eine Fütterung erfolgen, anschließend alle zwei Wochen. Ausgewachsene Tiere werden alle drei bis vier Wochen gefüttert. Die Mahlzeiten sind nicht zu groß gestalten und auf die Qualität des Futters ist zu achten. Futtertiere dürfen nicht im Terrarium belassen werden. Weiteres siehe auf dem Merkblatt Schlangenfütterung.

Krankheiten
Vor dem Einsatz eines neuen Tieres in ein Terrarium emphielt sich eine Untersuchung durchführen zu lassen. Dabei können das Geschlecht bestimmt und ein Befall mit Milben und sonstige krankhafte Veränderungen festgestellt werden. Wie fast alle Schlangen sind Kornnattern häufig mit Flagellaten infiziert. Diese können durch die Untersuchung einer Harnprobe festgestellt werden und sollten auch bei scheinbar gesunden Tieren bekämpft werden, da sie die Tiere permanent schwächen und viele Erkrankungen verursachen können. Weitere Parasiten können im Kot festgestellt werden, wie durch spezielle Untersuchungen auch die leider insbesondere bei Farbzuchten weit verbreiteten Cryptosporidien.
Grundsätzlich sollten die Tiere regelmäßig gewogen und auf Veränderungen der Haut, Hautresten etc. untersucht werden. Auswürgen der Nahrung kann viele Gründe haben und sollte im Wiederholungsfall tierärztlich untersucht werden, wie auch alle anderen Auffälligkeiten. Eine Inappetenz (Nahrungsverweigerung) kann auf Erkrankungen hinweisen, jedoch auch insbesondere bei männlichen Tieren im Frühjahr physiologischerweise auftreten. In keinem Fall sollte ohne tierärztliche Anweisung zwangsernährt werden.


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